Wer erst in der Zukunft eine Immobilienfinanzierung oder eine Anschlussfinanzierung benötigt, aber dennoch vom aktuellen Zinstief profitieren will, kann dazu ein Forward-Darlehen nutzen. Kosten und Nutzen sollte man jedoch sorgfältig prüfen.
Keine sofortige Auszahlung nach Vertragsschluss
Grundsätzlich sind Forward-Darlehen nichts anderes als klassische Annuitätendarlehen, die jedoch mit bestimmten Sondervereinbarungen verbunden werden. Die wichtigste Besonderheit besteht darin, dass das Darlehen nicht sofort, sondern erst nach einer gewissen Vorlaufzeit an den Darlehensnehmer ausgezahlt wird. Diese Vorlaufzeit, die maximal 60 Monate betragen kann, wird auch als Forward-Periode bezeichnet und hat dieser Art von Darlehen ihren Namen gegeben. Während dieser Zeit werden keine Bereitstellungszinsen fällig. Forward-Darlehen ermöglichen es einem Darlehensnehmer, sich günstige aktuelle Zinssätze auch für eine erst später benötigte Finanzierung zu sichern. Diese Möglichkeit wird vor allem für die Prolongation von bereits laufenden Finanzierungen genutzt, welche in der Regel auch eine Anschlussfinanzierung für die jeweilige Immobilie bezeichnet wird.
Kosten und Arten von Forward-Darlehen
Die Zusicherung des aktuellen Zinssatzes für einen späteren Zeitpunkt bekommt der Darlehensnehmer allerdings nicht gratis. Vielmehr wird dafür ein bestimmter Zinsaufschlag gegenüber einem sofort ausgezahlten Darlehen erhoben. Die Höhe dieses Aufschlages variiert in Abhängigkeit von der vereinbarten Forward-Periode und vom aktuellen Zinsumfeld. Bei echten Forward-Darlehen läuft die Zinsbindungsfrist (Was ist das?) erst von dem Tag an, an dem die Auszahlung erfolgt. Daneben gibt es jedoch auch so genannte unechte Forward-Darlehen. Bei diesen läuft die Zinsbindungsfrist von Anfang an, so dass zum Zeitpunkt der Auszahlung nur noch eine entsprechende Rest-Zinsbindungsdauer besteht. Für weiterführende Informationen und einen individuellen Einblick in die Angebote empfiehlt sich ein Besuch beim ForwardDarlehen-Vergleich.de.
Chancen und Risiken von Forward-Darlehen
Die Chance bei einem Forward-Darlehen besteht darin, zu einem späteren Zeitpunkt auch dann noch von niedrigen Zinsen profitieren zu können, wenn sich das Zinsniveau inzwischen wieder spürbar erhöht hat. Zugleich besteht aber das Risiko, dass der Zinsaufschlag diesen Vorteil überkompensiert, wenn die Zinsen nicht oder nur leicht steigen. Da sich die Zinsentwicklung nicht genau prognostizieren lässt, sollten man Forward-Darlehen nicht für all zu lange Zeiträume, sondern nur für etwa sechs bis zwölf Monate abschließen. Bei voller Ausnutzung der möglichen Forward-Periode von 60 Monaten wären die Kosten und Risiken in der Regel wohl größer als die damit verbundenen Vorteile.

